Schulscheune und Hugenotten-Kirche
Gegen Ende des 17. Jahrhunderts war es, als Landgraf Carl von Hessen-Kassel
Hunderten von Glaubensflüchtlingen aus Frankreich eine neue Heimat bot.
Einigen von ihnen wurde eine Wüstung beim Dorf Ellershausen als Siedlungsort
zugewiesen, so entstand Louisendorf, heute ein Ortsteil von Frankenau. Die Siedler,
die dem calvinistischen Glauben anhingen, hatten ihre Heimat im französischen
Drome-Gebiet auf geheimen Bergwegen verlassen müssen. Auf der Hochebene bei
Ellershausen, wo einst eine Siedlung namens Hammonshausen gestanden hatte, bauten
sie ihr neues Dorf nach dem Grundriss eines Kreuzes auf: In der Mitte des Orte wurden
die Kirche und die Schule errichtet. Das Gotteshaus von 1703, ein anmutiger Fachwerkbau,
dessen Kirchenschiff nicht viel größer als ein Wohnzimmer ist, kann heute besichtigt werden.
Und auch die Scheune des Schulmeisters ist noch erhalten, das Gebäude gilt als einer
der wenigen Hugenottenbauten in Hessen, der in Anlehnung an die Bautradition in
der französischen Heimat der Glaubensflüchtlinge mit Feldsteinen errichtet wurde.
Im Obergeschoss der Scheune ist heute ein kleines Museum eingerichtet, das man auf Wunsch besichtigen kann.
- Führungen durch Lousisendorf jeden dritten Samstag im Monat auf Anmeldung,
Kontakt: Willi Buttler, Tel. 06455-8104
